Wassertropf
Auszug aus einem Text, den ich vor ca. 7 Jahren schrieb
[…] Wie Regentropfen dem Boden, kam sein Bewusstsein Stück für Stück seiner Realität näher und vermischte sich mit der Erde, dem Sand zu einem schlammartigen Tümpel. Das reine Wasser, das als Dampf hoch oben als Wolken einzig vom Wind geführt wurde, verband sich mit dem Staub und den Schmutzpartikeln, die all zeitlich in der Luft schweben. Sie binden das Wasser an sich um es in die Tiefe zu zerren, wo sich die vielen Tropfen zu einer Herde formen, die an Größe gewaltig wächst. Ihr eigenes Gewicht, was früher noch als Dampf im Äther seine Wege fand, ist nunmehr Opfer seiner Selbst geworden und sucht strebend nach dem Ziel, durch die Einfachheit geführt, der Schwerkraft stets entgegen. So sickert es, so fließt es, so fällt es, so bahnt es sich seinen Weg durch eine Vielzahl von Gesteinen oder es wird abgeleitet - besser - umgeleitet um den mit einhergehenden Dienst dem Menschenwohl noch zu erweisen. Doch wie der Weg auch führen mag, so findet Gleiches stets zueinander und mit der Zeit mündet alles in den Weltenstrom, wo die Tropfen zusammen die Erde mit einem sanften Ton beseelen. Ein Seideschleier schimmert auf der Oberfläche und die Sonne strahlt ihr warmes Licht dem armen Tropf zu Hilfe und rettet ihn bevor die Nacht das Licht verdrängt und Hoffnung zur Gewissheit wird, auf ewig in dem großen Meer vom Sonnenschein zu träumen. Der Tropf ist wieder zu Dampf geworden und fliegt in seiner Leichtigkeit, dem Hauch des Himmels hinterher. Doch bald schon, sein Schicksal ist bestimmt, wird er wieder fallen und die Suche neu beginnen, nach Antworten und Möglichkeiten sehnend, seiner Bestimmung zu entrinnen.[…]
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